Rechtschreibung


Die wichtigsten Neuerungen in der Rechtschreibung (Kurzzusammenfassung)

1) Groß- und Kleinschreibung:

Modifizierte Großschreibung, d.h. Zweifelsfälle werden durch Großschreibung aller substantivisch (nominal) verwendeten Wörter verringert, was teilweise zu einer leicht vermehrten Großschreibung führt, aber die gröbsten Probleme beseitigt; z.B. im Allgemeinen, des Weiteren, (je)der Einzelne, in/mit Bezug auf, im Großen und Ganzen, im Folgenden, heute Abend, morgen Mittag, auf dem Laufenden, nicht im Entferntesten, am Ersten, der Dritte (egal ob Rang oder Reihenfolge). Klare Entscheidungskriterien (Artikel oder Pronomen oder unbestimmtes Zahlwort, Attribut, Funktion als fallbestimmtes Satzglied oder fallbestimmtes Attribut).

2) Zeichensetzung (Interpunktion)

Vor Nennform- und Mittelwortgruppen und zwischen nebengeordneten Teilsätzen (mit und/oder) muß kein Komma mehr gesetzt werden; es kann aber gesetzt werden, wenn eine besondere Gliederungsabsicht des Schreibers besteht oder wenn ein Mißverständnis möglich ist. Er kam sofort (,) um ja nichts Wichtiges zu versäumen.

3) Worttrennung am Zeilenende (Abteilen von Wörtern)

Grundsätzliche Trennung nach sogenannten Sprechsilben, auch Fremdwörter! Also z.B. Pä-da-go-gik statt bisher Päd-ago-gik; "st" kann wie "sp", Wes-te wie Wes-pe getrennt werden, ck wird wie ein Buchstabe behandelt            (wie ch):Zu-cker.

4) Getrennt- und Zusammenschreibung

Grundsätzlich Getrenntschreibung, z.B. Verb+Verb (also immer sitzen bleiben, liegen-lassen...) oder Verbindungen aus aneinander, aufeinander, auseinander ... + ein Verb (also immer aneinander geraten, aufeinander treffen...). Einige strittige Fälle werden ebenfalls neu geregelt, z.B. immer Maß halten, Rad fahren, Kopf stehen, Maschine schreiben.

5) Schreibung der Wörter (Laut-Buchstaben-Beziehung)

Das Stammprinzip (Wände, weil Wand) wird verstärkt, Ausnahmen beseitigt: z.B. überschwänglich (wegen   Überschwang). Drei Konsonantenbuchstaben bleiben immer erhalten, während bisher z.B. zwar Schifffracht geschrieben wurde, nicht aber Schifffahrt. (Möglich auch mit Bindestrich: Schiff-Fracht, Schiff-Fahrt)

s-Schreibung:

ß nur nach langem Vokal (und Diphtong), z.B. (Maß-Maßes, gießen-gießt); nach kurzem Vokal in allen Stellungen ss, z.B. Fluss-Flüsse, lassen-lässt, statt bisher Fluß-Flüsse, lassen-läßt. Das gilt natürlich auch für die Konjunktion daß (--> neu: dass).

6) Fremdwortschreibung

Geringe Änderungen, keine davon erzwungen. Fachwörter unberührt, ebenso (natürliche) Eigennamen. In Wörterbüchern zunächst die derzeit noch übliche originale (fremde) Schreibung an erster Stelle, die neu eröffnete Integrationsschreibung als akzeptierte Variante an zweiter.

a) ph (gesprochen /f/) 

Phon, phot, graph (Mikrofon, Fotograf....) können mit f geschrieben werden.

b) th (gesprochen /t/)

In Wörtern mit dem Stamm thek und einigen häufig verwendeten Einzelwörtern kann th durch t ersetzt werden, z.B. Diskothek/Diskotek, Videothek/Videotek...

c) rh (gesprochen /r/)

Hier können alle Wörter statt mit rh auch mit r geschrieben werden (ausgenommen, der Schreiber besteht auf einer Kennzeichnung als Fachwort), z.B. Rheuma/ Reuma, Rhombus/Rombus...

d) Die Endungen é und ée

können (wie meistens jetzt schon üblich) als ee eingedeutscht werden, z.B. Frotté/Frottee, Dragée/Dragee...

e) c (gesprochen /z/)

Es kann für c, das als z gesprochen wird, auch z geschrieben werden (was auch derzeit schon möglich wäre).        z.B. Acetat/Azetat, Cellulose/Zellulose, Penicillin/Penizillin....

f) Einzelfälle:

Frigidaire/Frigidär, Mayonnaise/Mayonäse, Bravour/Bravur, Nougat/Nugat

 

 


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